Brustrekonstruktion nach Brustkrebs

Längst ist mit der Hiobsbotschaft „Brustkrebs“ nicht mehr zwangsläufig eine Amputation der betroffenen Brust verbunden, und doch: Selbst wenn heutzutage auch bei mehr als 60 Prozent aller Frauen das Brustkarzinom, wie es medizinisch heißt, brusterhaltend entfernt werden kann, ist immer noch bei nahezu einem Drittel aller Frauen eine Entfernung der Brust unumgänglich, eine sogenannte „Mastektomie“ – verbunden mit allen psychischen Belastungen, die das für die Frau bedeutet!

Einlagen und Brustprothesen nur eine Notlösung

Rein optisch kann eine Einlage für den Büstenhalter oder eine Brustprothese bereits weiterhelfen. Sie wird einfach in den BH eingelegt und ist so gut, dass sie selbst unter einem Badeanzug oder unter dünner Bekleidung vollkommen unauffällig ist und ganz natürlich aussieht. Viele Frauen empfinden sie dennoch als Notlösung, mit der sie nicht leben wollen.

Rekonstruktion der Brust: Die Methoden

Dauerhaft kann da die Rekonstruktion der Brust helfen – inklusive Brustwarze und Hof, entsprechend der ursprünglichen Form, wie bei der noch erhaltenen, gesunden Brust. Das geht entweder mit körpereigenem Gewebe oder durch Einsetzen eines Silikonimplantats. Erfahrene Chirurgen kombinieren sogar beide Methoden.

Ohnehin gilt: Ohne einen plastischen Chirurgen mit viel Erfahrung geht hier gar nichts! Er sollte mitentscheiden, welche der beiden Methoden im jeweiligen Fall die geeignetere ist. Denn entscheidend sind viele Faktoren: der allgemeine Gesundheitszustand genauso wie die Größe des Busens oder auch die Gewebe- und Narbenverhältnisse im Operationsgebiet.

Sich aus dem Bauch heraus gegen einen Fremdkörper in der Brust zu entscheiden, mag nachvollziehbar sein, ist aber nicht unbedingt richtig. Zwar sieht eine Rekonstruktion mit Eigengewebe in der Regel natürlicher aus. Andererseits muss dieses Gewebe an anderer Stelle entnommen werden, und das hinterlässt dort wiederum Narben.

Der richtige Zeitpunkt

Neben der Frage nach der richtigen Methode stellt sich auch die nach dem richtigen Zeitpunkt. Und auch diese Frage kann nur individuell beantwortet werden. Denn möglich ist beides: der Beginn der Brustrekonstruktion gleich bei Amputation der Brust genauso wie eine spätere OP nach Verheilung des ersten Eingriffs. Im Fachjargon ist das eine „primäre“ oder „sekundäreRekonstruktion. Meistens empfiehlt sich Zweiteres, um zunächst möglicherweise nötige Bestrahlungen oder eine Chemotherapie durchführen zu können, ohne die „neue“ Brust gleich dieser Belastung auszusetzen.

Was plastische Chirurgen heutzutage dann rekonstruieren, fühlt sich zwar nur eingeschränkt an wie die ursprüngliche Brust, kann sich aber in jedem Fall gut sehen lassen. Auch beim anderen Geschlecht.

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